Susanne Neumann - Freie Journalistin - Natur- und Landschaftsführerin

  
Mein Rhein-Erft-Land
EmailHome

 
Frau Neumann bereichert unsere Zeitung seit vielen Jahren mit lesenswerten Geschichten."

Wolfgang Rau, Leiter der Rhein-Erft-Redaktion des Kölner Stadt-Anzeigers

Ehrenamt

Mit 53 Hamstern unter einem Dach

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 10.07.2013
katieFrechen. Katie geht es schon viel besser. Als das Goldhamsterweibchen Anfang April von der Hamsterhilfe NRW aufgenommen wurde, wog es gerade mal 87 Gramm, hatte entzündete Augen und zerfetzte Ohren. Die hatten ihr Artgenossen zerbissen. Dicht zusammengedrängt in einem Karton mit 38 anderen Hamstern war Katie von ihren Besitzern einfach in einer Zoohandlung abgestellt worden, nachdem man dort die Aufnahme der verwahrlosten Nager abgelehnt hatte. Fünf von ihnen ging es so schlecht, dass sie eingeschläfert werden mussten. „Das war für mich bisher der schlimmste Notfall“, erinnert sich Sandra Dreist. dreistDie 45-jährige Verlagskauffrau und Mutter von drei Kindern hat in ihrem Privathaus in Frechen eine Pflegestelle der Hamsterhilfe NRW eingerichtet. Sie hat Katie aufgenommen. Mittlerweile wiegt der kleine Nager 135 Gramm und wuselt aufgeweckt durch ein Hamster-Freilaufgehege im Wohnzimmer der Familie Dreist.

Die Mitglieder der Tierschutzorganisation Hamsterhilfe NRW nehmen Hamster in Not auf und pflegen sie auf größtenteils eigene Kosten so lange, bis neue Besitzer für die Tiere gefunden wurden. „Notfellchen“ nennen sie ihre Schützlinge, zu deren Rettung sie gerufen werden – meistens, weil die Besitzer mit der Vermehrungsfreude von Hamstern überfordert waren. „Im April haben wir 300 Hamster aus einem Haushalt geholt“, erinnert sich Sandra Dreist. (...)

gehegeAktuell lebt die Familie Dreist mit 53 Hamstern unter einem Dach, 18 davon sind eigene, 35 Hamster sind Notfellchen der Hamsterhilfe, für die neue Besitzer gesucht werden. 30 der 35 Notfellchen stehen aber noch unter Quarantäne. Sie sind Opfer eines Unfalls in Kärnten gewesen. Dort war Anfang Juni ein Lastwagen mit Hunderten von Kleintieren – darunter rund 500 Hamster – auf dem Weg zu einem Tiermarkt in Italien verunglückt. Etwa 300 Hamster holte die zu Hilfe gerufene Hamsterhilfe NRW nach Deutschland und verteilte sie auf ihre Pflegestellen. Sandra Dreist hat 30 Zwerghamster aus dem Kleintiertransportunfall aufgenommen. Im ganzen Haus stehen nun Notfall-Gehege in Zimmern und Fluren. (...)
Bild oben:  Die zerfetzten Ohren werden Katie bleiben. Doch es geht ihr wieder gut.
Bild rechts: Sandra Dreist pflegt Hamster in Not.
Bild unten:  Im "Hamstertaxi" - einem handelsüblichen Messbecher - hat Tochter Alina einen Hamster zum Auslauf in das selbst gebaute Gehege im Wohnzimmer gebracht. Fotos: Susanne Neumann


Vereinssport

Layla kommt hoch hinaus

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 11.07.2013
snoopyFrechen. „Ach, das bist ja du“, bemerkt eine junge Frau an der Bushaltestelle und lacht Layla-Sophia Yilmaz freundlich an. „Ja“, lacht Layla zurück. Das neunjährige Mädchen posiert für ein Zeitungsfoto vor ihrem eigenen Bild. An der Haltestelle am Frechener Krankenhaus hängt ein großes Poster, auf dem Layla vom Rücken eines Wallachs namens „Snoopy“ aus in die Kamera lächelt. Und nicht nur dort. Seit Juni ist Layla überall in Frechen auf so genannten City-Light-Postern zu sehen, jenen nachts beleuchteten Werbeflächen hinter Glas, die vor allem an Bushaltestellen installiert sind. „Mein Verein bringt mich hoch hinaus“, steht in großen Lettern neben dem hübschen Mädchen mit den dunklen Augen. Als Mitglied einer Voltigiergruppe im Frechener Pferdesportvereinlayla_plak „PSV zum alten Römer“ ist das Mädchen aus Frechen Teil der Werbekampagne „Mein Verein – Dein Verein“ des Landessportbunds NRW. Mit der Kampagne sollen Menschen für Vereinssport begeistert werden. (...)

Vor drei Jahren begann Layla auf den Rat eines Osteopathen zur Rumpfstärkung beim PSV mit dem Voltigieren. Dabei handelt es sich um Turnübungen und Akrobatik auf einem galoppierenden Pferd. Zunächst habe sie in einer inklusiven heilpädagogischen Gruppe mitgemacht. „Layla stand immer auf dem Pferd und rief „Schneller!“ und „Weiter!“ und „Mehr!“, erinnert sich die Anja Hoofdmann. „Sie wollte tatsächlich schon immer höher hinaus“, sagt sie schmunzelnd in Anspielung auf den Plakatspruch. Nach einem Jahr holte das Trainerteam ihre Tochter in die Leistungsgruppe. „Es ist toll, wie stark und wie gut gewachsen Layla ist, seit sie im Verein ist.“ Selbstbewusst, aber ohne die geringste Spur von Angeberei, freut sich Layla über die City-Plakate in ganz Frechen. „Wenn ich an meinem Bild in der Stadt vorbei komme, wird mir immer warm, und es kribbelt so im Bauch“, erzählt sie. (...)
Bild oben: Auf dem Römerhof in Frechen-Buschbell kümmert sich Layla-Sophia Yilmaz aus Frechen um das Voltigierpferd ihrer Leistungsgruppe, den Wallach „Snoopy“.
Bild rechts: Layla vor dem Plakat des Landessportbunds an einer Bushaltestelle in Frechen. Fotos: Susanne Neumann


Lischka-Prozess

NS-Scherge floh vor der Kamera

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 09.05.2006
dreifuss_lischPulheim. Er weiß, dass eine Kamera auf ihn gerichtet ist. Das macht ihn nervös. Die Aktentasche an sich gedrückt, hastet Kurt Lischka durch die Straßen Kölns. Plötzlich beginnt er wegzulaufen. Die Filmaufnahme verwackelt: Kameramann Harry Dreifuss bleibt dem NS-Verbrecher Lischka auf den Fersen. Als Dreifuss ihn an diesem 23. Februar 1971 mit der Kamera durch Holweide verfolgt, wohnt und arbeitet Lischka als scheinbar unbescholtener Bürger in Köln. Die Gesetze schützen den Schreibtischtäter, der im besetzten Frankreich die Befehle zur Deportation französischer Juden unterschrieb, davor, zur Verantwortung gezogen zu werden. Doch die Filmaufnahmen, die Dreifuss von dem davonlaufenden Lischka dreht, werden schließlich dazu beitragen, dass die Gesetze geändert werden. 1979 wird der NS-Täter in Köln wegen Beihilfe zum Mord an 73 000 französischen Juden verurteilt. (...)

Es ist ein Zufall und mutet doch so schicksalhaft an, dass Dreifuss im Februar 1971 vom israelischen Fernsehen beauftragt wird, als Kameramann das Ehepaar Serge und Beate Klarsfeld drei Tage lang für eine Dokumentation zu begleiten, die die Verdrängung in Deutschland öffentlichkeitswirksam anprangern wird: Das Ehepaar will in Deutschland unbehelligt lebende NS-Verbrecher mit belastenden Dokumenten konfrontieren, um auf den Skandal aufmerksam zu machen. „Beate Klarsfeld? Das ist doch die, die den Kiesinger geohrfeigt hat“, klärt der Kameraassistent den überraschten Dreifuss auf, als sich die beiden am Morgen des 21. Februar 1971 aufmachen, um die Klarsfelds abzuholen. „Ich hab den Auftrag erst mal nur als Kameramann gesehen“, erinnert sich Dreifuss. „Ich hatte mich auf das Thema gar nicht vorbereitet.“ Als er das Ehepaar Klarsfeld in die Wohnung von Lischka in der Bergisch Gladbacher Straße in Holweide begleitet, hat Dreifuss schon das Gefühl, dass Lischka etwas zu verbergen hat. Doch der streitet alle Vorwürfe ab und verweigert Filmaufnahmen. Zwei Tage später lauert ihm das Team auf der Straße auf. „Ein paar Bilder von Lischka, und der Auftrag wäre erledigt gewesen“, erinnert sich Dreifuss. „Aber als er plötzlich so feige vor der Kamera davonlief, da war mir klar: Der ist mehr als schuldig. Den müssen wir zeigen.“  (...)
Bild: In seinem Haus in Pulheim zeigt Kameramann Harry Dreyfuss seine Aufnahmen vom fliehenden NS-Verbrecher Kurt Lischka. Foto: Susanne Neumann


Rudern

Bugfrau hält das Boot in der Waage

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 02.07.2010
pausHürth. Zwei Jahre will Eva Paus noch weitermachen, vielleicht drei. Bis dahin soll sich ihr Lebenstraum erfüllen: als Athletin bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. Die 26-jährige Ruderin von der Hürther Rudergesellschaft (HRG) ist Bugfrau im Frauenachter der deutschen Nationalmannschaft. „Ich bin diejenige, die als Erste über die Ziellinie fahren darf“, beschreibt sie ihren Platz am Riemen, dem beidhändig geführten Ruder. Ihre Chancen, im Sommer 2012 nach London zu reisen, stehen gut. Gerade hat der deutsche Frauenachter beim Weltcup in München eine Bronzemedaille gewonnen. (...) Als Bugfrau bin ich dafür verantwortlich, dass das Boot in der Waage liegt“, erklärt die Ruderin ihre Aufgabe. Denn wenn acht Ruderinnen im Rhythmus auf ihren Sitzen nach vorne rollen, hebt sich das Boot zum Bug hin, so dass Paus auf dem höchsten Platz sitzt. „Wenn ich meinen Hebel zu tief oder zu hoch führe, wackelt das Boot.“
Bild: Eva Paus aus Hürth hofft, auch bei den Olympischen Spielen 2012 im Frauenachter der deutschen Nationalmannschaft zu sitzen. Foto: Susanne Neumann

Kontakt

Tel : +49.(0)2234.202694
Fax : +49.(0)2234.202695
redaktion(at)rhein-erft-land.de

Interne Links

AGB
Impressum
Haftungsausschluss
Zertifikat Natur- und Landschaftsführerin

Externe Links

Naturpark Rheinland
Kölner Stadt-Anzeiger Rhein-Erft
Rhein-Erft-Tourismus
Eifelverein
Stadt Bergheim, Naturführungen
Nationalpark Eifel

Anschrift

Susanne Neumann
Redaktion Mein Rhein - Erft - Land
Carl-Goerdeler-Str. 42
D-50226 Frechen

World Wide Web

www.webjournalistin.de

Schau ins Land