Susanne Neumann - Freie Journalistin - Natur- und Landschaftsführerin

  
Mein Rhein-Erft-Land
EmailHome

 
Frau Neumann bereichert unsere Zeitung seit vielen Jahren mit lesenswerten Geschichten."

Wolfgang Rau, Leiter der Rhein-Erft-Redaktion des Kölner Stadt-Anzeigers

Forschungsprojekt

Wildkatzen auf der Ville

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 14.04.2013
wildkatzenBornheim/Rhein-Erft-Kreis. Der süßlich beißende Geruch von Baldrian ist für die Wildkatze ein ganz besonderer Duft. Er lockt sie an. Das machen sich die Naturschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), Träger des bundesweiten Projekts „Wildkatzensprung – Wiedervernetzung der Wälder Deutschlands“ , zunutze, wenn sie das Vorkommen des scheuen Tiers in einem bestimmten Gebiet nachweisen wollen: Sie rammen unbehandelte Holzpflöcke in den Waldboden und besprühen diese mit einer Baldrian-Tinktur.biologin Von dem Duft angelockte Wildkatzen reiben sich an den Stöcken und hinterlassen an der rauen Oberfläche ihre Haare, anhand derer sie genetisch identifiziert werden können.

Die Haare von insgesamt elf verschiedenen Individuen der „Europäischen Wildkatze“ (Felis silvestris silvestris) wurden an den Lockstöcken gefunden, die Mitarbeiter des BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen im Winter 2011/2012 im Gebiet Kottenforst-Ville aufgestellt hatten. „Die sind dort sicherlich ansässig und bilden eine Population“, informiert Dr. Jochen Behrmann, Geschäftsleiter des BUND und Leiter des Wildkatzenprojekts in Nordrhein-Westfalen. Wahrscheinlich hätten sie sich bereits vermehrt.
Bild oben:  Wildkatzen sind extrem scheu. Foto: Thomas Stephan/BUND
Bild rechts: Dr. Christine Thiel vom BUND rammt unbehandelte Holzpflöcke in den Waldboden und besprühen diese mit Baldrian, um Wildkatzen anzulocken. Foto: Susanne Neumann


Schmetterlinge

Zum Flirten in die höchsten Wipfel

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 06.07.2011
Kleiner EisvogelFrechen. Der Schmetterling des Jahres lässt sich auf meinem Hosenbein nieder. Ich bin etwas irritiert, denn Große Schillerfalter lockt eher Stinkiges an. Aas zum Beispiel, Pferdeäpfel oder – noch schlimmer – Hundehaufen. „Die Jeans ist ganz frisch gewaschen“, versichere ich dem Schmetterlingskundler Karl-Heinz Jelinek, der mich auf meiner Tagfalter-Beobachtungstour durch den Villewald bei Erftstadt-Bliesheim begleitet. „Dann hat ihn vielleicht der Duft des Waschpulvers angezogen,“ beruhigt mich Jelinek schmunzelnd. Lepidopterologe JellinekSpäter auf unserem Rundgang wird sich ein Tagfalter namens „Kleiner Eisvogel“ auf seinem rechten Wildlederschuh niederlassen. Was Jelinek gelassen mit den Worten quittieren wird: „Mein Schuh dünstet wohl auch etwas aus.“ Seit 24 Jahren beobachtet und erfasst Jelinek für den Nabu Rhein-Erft die Schmetterlinge im Kreis. Fast 50 verschiedene Tagfalterarten hat er seitdem erfasst, darunter etwa 30 Arten, die im Rhein-Erft-Kreis beheimatet sind. Nahezu seine gesamte Freizeit verbringt der 59-jährige Naturschützer, der als Informatiker berufstätig ist, mit der Schmetterlingskunde, der „Lepidopterologie“ – „ein Weiblicher SchillerfalterHobby, das zur Berufung geworden ist.“ Zurzeit erfasst er die Nachtfalter mit ihren erstaunlichen, rund 1000 Arten. Jelinek ist auch Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen, die den Großen Schillerfalter zusammen mit der BUND NRW Naturschutzstiftung zum Schmetterling des Jahres 2011 ernannte. Der Edelfalter, der zu den größten Tagfaltern Europas zählt, hat eine schwarz-braune Flügeloberseite mit weißen Flecken, die bei den Männchen azur- bis ultramarinblau schimmert. Die Flügelunterseite ist in hellen und dunklen Brauntönen kräftig gemustert und weist einen großen umrandeten Augenfleck auf. Ich habe den Falter schon mehrfach mit dem „Kleinen Eisvogel“ verwechselt, der ebenfalls im Villewald anzutreffen ist. Jelinek kann die Verwechslung nicht verstehen. „Am Flug sind die beiden gut zu unterscheiden, der Schillerfalter fliegt so ruckartig.“ (...)
Bild oben:  Der Kleine Eisvogel gilt als gefährdet.
Bild rechts: Zur Bestandsaufnahme hat Karl-Heinz Jelinek auch immer ein Netz dabei.
Bild unten:  Die Weibchen der Großen Schillerfalter legen ihre Eier auf Weidenblättern ab. Fotos: Susanne Neumann


FKK am Zieselsmaar

Hüllenlos und gesittet

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 23.08.2008
hueterRhein-Erft-Kreis. Wer um den kleinen See joggen will, darf Schuhe und Strümpfe anziehen. Mehr nicht. Denn wer auf dem eingezäunten Gelände rund um das Zieselsmaar Sport treibt, badet oder spazieren geht, ist Gast oder Mitglied des Vereins „Familiensportbund (FSB) Erftland-Ville“. Der ist Pächter des Geländes - und pflegt hier die Freikörperkultur (FKK). Ein Gast, der sich weigert, die Badehose auszuziehen oder sich auf der Liegewiese konsequent ins Handtuch wickelt, wird von der Aufsicht früher oder später vom Vereinsgelände komplementiert.Ob Schwimmen, Tischtennis, Beachvolleyball oder Weitsprung: „Jede Sportart wird hier nackt ausgeführt“, erklärt der Vereins Vorsitzende Peter Wirtz.

jogger „Frauen, die bei uns das Sportabzeichen ablegen, können zum Laufen einen BH anziehen“, räumt der Sportabzeichen-Beauftragte des Vereins ein. Er will seinen Namen nicht veröffentlicht sehen. Schließlich sei er beruflich im „höheren Dienst“. Zwar habe er schon mal „Untergebene“ oder auch Vorgesetzte auf dem Vereinsgelände getroffen, dessen sämtliche Einrichtungen auch Nicht-Mitglieder nutzen dürfen. „Aber da wurde nicht drüber geredet.“ Überhaupt sei Diskretion das höchste Gebot. „Hier kommen auch Leute baden, die man aus dem Fernsehen kennt.
Bild oben: Der Brühler Verein Familiensportbund (FSB) Erftland-Ville hat eine gepflegte Anlage auch für Nicht-Mitglieder geschaffen.
Bild rechts: Am Zieselsmaar wird auch nackig gejoggt. Fotos: Susanne Neumann


Naturführung

Rosskastanien helfen hustenden Pferden

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 29.01.2014
gehoelzeBergheim. „Rosen haben keine Dornen, sondern Stacheln.“ Mit dieser Information verblüffte die Diplom-Biologin Dr. Elisabeth Lippert-Hamacher die meisten Teilnehmer an ihrer Führung durch den auch „Grüne Lunge“ genannten Stadtpark in Bergheim. Dornen, so erläuterte die Naturführerin, werden aus dem Holzkörper gebildet, seien also zum Beispiel umgewandelte Sprossen. Ein Stachel bilde sich dagegen aus der Rinde. Daher lasse er sich auch leichter abbrechen – wie eben bei Rosen. „Auch ein Erkennungsmerkmal“, fasst Lippert-Hamacher ihren Diskurs über den Unterschied zwischen Dornen und Stacheln zusammen. Denn um Bestimmungsmerkmale ging es bei ihrer Naturführung zum Thema „Was wächst denn da? Gehölze im Winter erkennen“.

(...) Auf einem nur wenige hundert Meter langen Rundgang durch die „Grüne Lunge“ machte Lippert-Hamacher mit der Gruppe an einzelnen Bäumen und Sträuchern Station, um die mannigfachen Möglichkeiten, Gehölze zu bestimmen, am Objekt zu veranschaulichen. (...) Bis Ende der 70er-Jahre, bevor der Stadtpark angelegt wurde, befand sich auf dem Gelände eine Anlage mit Sport- und Tennisplätzen und einem Schwimmbad. Einige der Bäume stammten noch aus jener Zeit, erzählte Lippert-Hamacher. So hätten die alten Kastanien, an denen sie die Gruppe vorbeiführte, früher auf der Wiese des Schwimmbades gestanden. Charakteristisch für die alten Kastanien sei nicht nur die auffällige Schuppenrinde. Typisch seien auch die dicken Knospen an den Zweigenden. Dass die Knospen noch dazu ordentlich klebrig sind, ließ sie die Teilnehmer selbst ertasten. Die Frage, woher der Name „Rosskastanie“ stamme, konnte die Naturführerin ebenfalls beantworten. Die Rosskastanie sei kein einheimischer Baum sondern im 16. Jahrhundert von den Türken eingeführt worden. „Bei denen waren Kastanien ein Heilmittel für hustende Pferde!“
Bild: Die Natur- und Landschaftsführerin Elisabeth Lippert-Hamacher (links) erklärte, woran man Gehölze im Winter erkennt. Foto: Susanne Neumann


Regio Grün

Ein Schmaus für Insekten und Kühe

Autorin: Susanne Neumann, in: Kölner Stadt-Anzeiger, Rhein-Erft, 12.09.2012
wieseHürth/Kerpen. Die bunten Blumenwiesen wurden gerade gemäht. Was in den vergangenen Wochen auf den Wiesen im Weiler Bachtal zwischen Hürth-Fischenich und den Weiler Teichen so farbenprächtig blühte, fasst Dr. Bernhard Arnold von der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft unter dem Begriff „Acker-Unkräuter“ zusammen. Viele davon hat die Biologische Station im Frühjahr zwar selbst dort gesät, allerdings zusammen mit anderen Wiesenkräutern und vor allem Gräsern, denen die Unkräuter in den kommenden Jahren Platz machen werden. Auf die Wiesengräser und -kräuter wartet Landwirt Hubert Jobs. Er will daraus Grassilage und Heu für seine Rinder gewinnen. „Die Kühe mögen das besonders gerne“, ist er überzeugt. Der Landwirt aus dem Weiler Brüggen bei Kerpen ist einer der letzten in der Gegend mit Milchviehwirtschaft. Das macht ihn als Projektpartner für die Untere Landschaftsbehörde (ULB) des Rhein-Erft-Kreises interessant, die im Weiler Bachtal in Zusammenarbeit mit der Stadt Hürth das Regio-Grün-Projektgebiet „Weiler Bach und Weiler Teiche“ entwickelt. In dem geschützten Landschaftsraum wurden und werden Äcker und Gärten in offene Grünlandflächen umgewandelt, die sich so natürlich wie möglich entwickeln sollen.
Bild: Anja Pflanz von der Unteren Landschaftsbehörde und Landwirt Hubert Jobs achten auf den offenen Grünflächen auf das giftige Jakobskreuzkraut, das von Hand entfernt werden muss. Foto: Susanne Neumann

Kontakt

Tel : +49.(0)2234.202694
Fax : +49.(0)2234.202695
redaktion(at)rhein-erft-land.de

Interne Links

AGB
Impressum
Haftungsausschluss
Zertifikat Natur- und Landschaftsführerin

Externe Links

Naturpark Rheinland
Kölner Stadt-Anzeiger Rhein-Erft
Rhein-Erft-Tourismus
Eifelverein
Stadt Bergheim, Naturführungen
Nationalpark Eifel

Anschrift

Susanne Neumann
Redaktion Mein Rhein - Erft - Land
Carl-Goerdeler-Str. 42
D-50226 Frechen

World Wide Web

www.webjournalistin.de

Schau ins Land